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Hoster-Umzug mit WordPress

Es kann immer wieder mal vorkommen, dass man mit seinem Blog den Hoster wechseln möchte. Beispielsweise findet man ein günstigeres Angebot bei einem anderen Webhosting Service oder die Konditionen bzw. Zusatzpakete sind besser oder, oder oder.

Ich habe kürzlich auch einen Umzug mit WP-Magazin.info durchgeführt, da ich mit der Geschwindigkeit des alten Hosters nicht zufrieden war und der neue (hoffentlich) schneller ist – das muss sich allerdings noch in der Praxis zeigen (Auswertung folgt).

Für alle, die das auch mal vorhaben, hier eine kleine Anleitung, mit der das relativ reibungslos funktioniert:

Neuen Hoster für WordPress aussuchen

Das ist eigentlich noch die leichteste Übung. Ich habe dafür www.webhostlist.de genutzt – ein Service, der nichts anderes macht, als Webhosting-Angebote aufzufinden, aufzulisten und mit Bewertungen zu versehen.

Für WordPress ist man mit einem der „Top 10 Leserwahl“ Angebote ganz gut beraten. Ich würde mich auf die ersten drei Anbieter konzentrieren – ich habe mit allen drei und mit WordPress-Installationen gute Erfahrungen gemacht, wobei ich domainFACTORY an erster Stelle sehe.

Web-Hosting-Paket bestellen

Die Wahl des Pakets sollte sich an den Anforderungen von WordPress (derzeit aktuell 3.2.1) orientieren. PHP 5.2.4 und MySQL 5.0 sollte das Web-Paket mindestens können.

Um beim obigen Beispiel zu bleiben, würde sich bei domainFACTORY das Paket My Home Plus in der Version „dynamisch“ eignen – PHP und MySQL sollte aktiviert werden, 5 GB Webspace und 5 GB Mailspace reichen aber aus.

Bei all-inkl reicht eigentlich das Paket „Privat„. Allerdings teilt man sich dort den Webspace mit bis zu 100 Kunden, was sich negativ auf die Performance des Pakets auswirken kann. Bei anderen Hostern kann dies natürlich auch passieren, bzw. muss man einfach Glück haben und einen neuen Server oder eben einen mit nur wenigen Kunden oder wenig sonstigem Traffic erwischen.

Bei Greatnet reicht schon der Webspace „Relax“ für eine WordPress-Installation aus – für knapp 2 EUR im Monat ist das im Vergleich der drei genannten Anbieter auch das derzeit günstigste.

Domain-Handling beim Umzug

Der Knackpunkt beim Umzug ist die Domain. Man möchte diese natürlich mitnehmen, muss also beim neuen Hoster einen KK-Antrag an den alten Provider stellen. Daher habe ich das beim Umzug von wp-magazin.info folgendermaßen gemacht: Ich habe das Webpaket mit einer neuen .de-Domain bestellt, die ja kostenlos beim Webspace dabei ist. Somit habe ich von der Bestellung bis zum eigentlichen Umzug noch ein wenig Zeit und bin nicht auf den Domain-Transfer bzw. den KK-Antrag mit AUTH-Code angewiesen – dazu später mehr.

Auf den neuen Webspace hat man innerhalb weniger Stunden, meistens innerhalb eines Tages Zugriff. Für eine WordPress-Installation benötigt man die Zugangsdaten per FTP und die Zugangsdaten zur MySQL-Datenbank. Bei neuen Paketen muss man häufig noch eine neue Datenbank anlegen – wichtig dabei ist, die Version 5.0 zu wählen, falls der Hoster mehrere Versionen anbietet. Wenn dies geschehen ist, würde ich empfehlen, eine frische WordPress-ZIP-Datei von wordpress.org herunterzuladen und diese dann über den FTP-Zugang hochzuladen. Falls geplant ist, auf dem einen Webspace bzw. mit einer Datenbank mehrere WordPress-Installationen parallel laufen zu lassen, dann sollte man die Dateien nicht in den root-FTP Ordner (meistens mit dem Namen „html“) hochladen, sondern vorher noch ein Verzeichnis erstellen – bspw. mit dem Domain-Namen, das hilft, wenn man später wieder per FTP auf den Webspace zugreift und eine der WordPress-Installation bearbeiten möchte. Hier mal ein Beispiel, wie das bei mir aussieht:

Das ist mein root-html-Dateien-Ordner bei All-Inkl. Neben dem Verzeichnis wp-magazin.info habe ich dort noch weitere Verzeichnisse mit den entsprechenenden Domain-Namen angelegt (cgi-bin, usage, logs und cms sind fixe Ordner von all-inkl). In den Domain-Einstellungen habe ich dann eingestellt, dass die jeweilige Domain auch auf den Ordner (Domain-Verzeichnisname) auf dem Webspace zeigt. Dann lassen sich parallel auf einem Webspace auch mehrere WordPress-Installation (auch mit nur einer MySQL-Datenbank) betreiben.

Die WordPress Standard-Installation

Nachdem wordpress frisch entpackt und hochgeladen war, habe ich die mit dem Webspace erworbene Domain aufgerufen und die Standard-Installation von WordPress durchgeführt.

Durch die Vorgehensweise mit der neuen Domain, habe ich auf die alte Installation von wp-magazin.info immer noch ganz normal Zugriff. Diese habe ich dann aufgerufen und die Export-Funktion verwendet. Sie befindet sich im Admin-Bereich unter Werkzeuge > Daten exportieren. Man erhält alle Artikel, Seiten und Kommentare über diese Funktion, also den gesamten manuell angelegten Bestand. Die Bilder in den Artikeln sind in diesem Fall nicht dabei, was aber nicht weiter schlimm ist, da die Domain später ja auch wieder umzieht und die Bilder-Pfade somit gleich bleiben. Wenn man als Bild-Host bspw. Flickr verwendet, hat man erst recht kein Problem. Dann funktionieren die Bilder auch unter der anderen „Installations-Domain“.

Ich habe erstmal die exportierte XML-Datei wieder importiert. Dafür muss man noch den WordPress Importer installieren. Das ist ein Plugin, welches bei der Funktion Werkzeug > Daten importieren vorgeschlagen wird – einfach installieren und es kann losgehen.

Die Attachements wie bei diesem Vorgang vorgeschlagen, habe ich nicht installiert, sondern einfach nur die Texte der Artikel und Seiten sowie die Kommentare.

Danach wurde dann über den FTP-Zugang zur alten Installation der Ordner „wp-contents“ bzw. dort dann nur die Ordner „themes“, „plugins“ und „uploads“ heruntergeladen. Nachdem diese über den neuen FTP-Zugang wieder hochgeladen waren, stehen neben dem Theme auch alle Plugins in der neuen „temporären“ Installation zur Verfügung und können aktiviert werden. Man muss bei ein paar Plugins vorsichtig bei der Aktivierung sein. Bspw. habe ich das Plugin „Google XML Sitemap“ vorerst nicht aktiviert, damit die temporäre Domain und die Verzeichnisse und Dateipfade nicht unbeabsichtigt mit der Vorab-Domain an die Suchmaschinen übertragen werden. Das nur als Beispiel – es gibt auch andere Plugins, die auf die Domain, die unter „Einstellungen“ eingetragen ist, aufsetzen – diese sollten bis zum letztendlichen Umzug der Domain inaktiv bleiben.

Bei der temporären Domain habe ich für das Theme noch sämtliche Anpassungen vorgenommen, damit alles schon so aussieht, wie es unter wp-magazin.info eben aussieht. Auch die meisten Plugins habe ich schon aktiviert und weitestgehend eingerichtet, so auch die Widgets und das Theme-Menü, welches bei meinem verwendeten Theme optional verwendbar ist.

Der letztendliche Domain-Umzug

Wenn unter der temporären Domain alles soweit läuft, dann kann es an den eigentlichen Umzug der Domain gehen. Bei einem KK-Antrag muss man einen AUTH-Code beim alten Provider zur Freigabe anfordern – das kann ein paar Stunden oder Tage dauern, bis man diesen erhält – je nach Wochentag.

Mit dem AUTH-Code für wp-magazin.info habe ich dann den Domain-Umzug beim neuen Provider in die Wege geleitet. Ich konnte relativ zeitnah dann die Domain-Einstellungen in CONFIXX vornehmen. Ich musste ja noch einstellen, dass wp-magazin.info auf den FTP-Ordner „/wp-magazin.info/“ verweist, in den ich die WordPress-Dateien hochgeladen habe.

Der Domain-Umzug selbst, dauert ein paar Stunden, manchmal auch wieder Tage, bis alle DNS-Server den Umzug mitbekommen haben. Bei mir hat es im Endeffekt 2 – 3 Stunden gedauert, bis ich selbst die Domain beim neuen Provider vorgefunden habe.

Man merkt das am besten daran, dass man bei Eingabe der eigentlichen Domain (wp-magazin.info) auf einmal auf die temporäre Domain umgeleitet wird. Wenn das passiert, kann man sich unter der temporären Domain in den Admin-Bereich einloggen und unter Einstellungen > Allgemein dann „http://www.wp-magazin.info“ eintragen (zumindest in meinem Fall).

Dann ist wieder alles beim Alten bzw. der Hosting-Umzug ist vollzogen. Wenn man noch nicht alle Plugins aktiviert hat, kann man dies nun tun. Die Domain ist ja wieder die „alte“.

Vor- und Nachteile bei dieser Vorgehensweise

Ich habe mich für diese Vorgehensweise entschieden, um eine Art „Reset“ zu machen. Denn die Datenbank wird dabei neu angelegt. Wenn man mal verschiedene Plugins oder Themes ausprobiert hat, werden deren Rückstände in der Datenbank nicht übernommen, da WordPress ja neu installiert wurde und lediglich die Plugins aus dem Ordner /wp-content/plugins wieder übernommen wurden. Ich lösche Plugins, die ich nicht oder nicht mehr brauche, daher habe ich nur die zuletzt „aktiven“ auf den neuen Webspace kopiert. Gleiches gilt für die Theme-Dateien.

Nachteile gibt es aber auch: Bei der Export-Funktion werden die Benutzer-Daten nicht mit exportiert. Das heißt, dass man diese in der neuen Installation wieder manuell neu anlegen muss. Beim Import der Artikel wird man gefragt, ob die Artikel wieder den ehemaligen Autoren zugeordnet werden sollen. Man kann bei diesem Schritt auch die Nutzer (zumindest mit Login-Namen) anlegen. Später muss man dann allerdings noch E-Mail-Adresse und sonstige Daten ergänzen, außerdem müssen neue Passwörter angelegt werden. Je nachdem, wieviele Benutzer bzw. Autoren mitarbeiten, kann dies recht aufwendig sein. Wenn man allerdings nur einen oder zwei Benutzer angelegt hat, ist das kein großes Problem.

Ein weiterer Nachteil ist die Sache mit der unbestimmbaren Zeit des eigentlichen Domain-Umzugs – dafür gibt es allerdings auch kaum Alternativen. Ich denke, dass die beschriebene Vorgehensweise relativ reibungslos damit umgeht, jedenfalls wüsste ich nicht, dass Suchmaschinen wie Google mit dieser Vorgehensweise Probleme haben (solange man die temporäre Domain nicht proaktiv den Suchmaschinen bekannt gibt: Stichwort Einstellungen > Privatsphäre „Mein Blog soll für jeden, Suchmaschinen und Web-Archivierer eingeschlossen, sichtbar sein.“ besser erst wieder nach dem vollständigen Umzug aktivieren). Man sollte natürlich in der Zeit des Umzugs bzw. während der dualen Installation keine Artikel in der „alten“ Installation schreiben oder noch Änderungen an den „alten“ Einstellungen, Plugins oder dem Theme vornehmen.

Was man nicht vermeiden kann, sind Kommentare. Wenn man Pech hat, dann werden diese noch in der alten Installation geschrieben oder während des Domain-Umzugs auf der alten Domain und nach dem Umzug ist der Kommentar dann quasi weg. Ich denke, dass man das aber verkraften könnte bzw. auch mit einem Hinweis, dass das passiert sein könnte, nach dem Umzug auch im Blog klarstellen kann. Bei hochfrequentierten Blogs sollte man während des Umzugs den Maintenance-Modus einschalten – das sollte für Suchmaschinen bzw. für die dortige Platzierung die beste Lösung sein und umgeht das Kommentar-Problem.

Autor: Thomas

Thomas beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit der Blog-Software WordPress. Dabei konnte er ein umfassendes Wissen aufbauen und kennt sich sowohl mit dem Backend als auch mit dem Frontend und den vielen Erweiterungsmöglichkeiten aus.

13 Kommentare

  1. Ehm, bei ALL-Inkl ruft man an wenn die Seite einem zu langsam erscheint, dann wird man binnen 24h auf einen anderen Server umgelagert und hat ne schnelle Seite. Also nix mit bis zu 100 Kunden und schlechter Performance… ;) – Denke ich kann mir mit 14 Webspace-Paketen dort dieses Urteil erlauben. ;)

  2. All-Inkl kenne ich durch die Website eines Bekannten, die ich dort hin und wieder administriere. Probleme gab es nie. Ich selbst habe vor rund zwei Jahren Sysprovide gefunden und bin seither (vorher Strato) rundum zufrieden.

  3. interessant ist auch einen eigenen Server zu haben, ist zwar teuerer, aber dafür hat man mehr Möglichkeiten in der Konfiguration.
    Auch Voice-Server wie Teamspeak 3 hat man (Lizenz vorrausgesetzt) dann zur Verfügung.
    Bei MySQL und Apache freie Hand zu haben ist Fluch und Segen zugleich. Man hat bei Hostern leider nicht die Möglichkeiten, aber dafür auch keine größeren Verpflichtungen.

  4. Nach meinem Wissen, man möge mich korrigieren, ist ALL-Inkl der einzige Webhosting-Provider der offen und klar sagt wieviel Kunden-Accounts er auf einem Server anlegt. Das habe ich bisher noch bei keinem anderen gesehen. Klar sagt das natürlich nichts darüber aus, wieviele Domains (Websites) auf den jeweiligen Servern dann betrieben werden. Aber das finde ich einfach positiv.

    Was Schiffblogger sagt, kann ich nur bestätigen. Hatte gerade letzte Nacht den Umzug eines Kunden-Accounts auf einen anderen Server, da ich wegen der MySQL-Version sonst hätte nicht auf WP 3.2.1 updaten können. Der Umzug wurde mir von ALL-Inkl direkt angeboten und hat ohne Probleme geklappt.

  5. Hosting ist für einen Provider mit günstigen Preisen nur dann gewinnbringend, wenn viele Kunden auf einem Server liegen, eine Praktik, die ich persönlich noch nie leiden konnte, noch nie praktiziert habe (bei uns kommen immer ca. 80 Kunden auf einen Server) aber die Frage ist doch am Ende, mit welcher Load die Server laufen. Wir haben einen Kunden, der betreibt ein Weblog, der musste wegen seinen tausend WordPress Plugins auf einen extra Server umquartiert werden, weil das Teil so eine massive CPU-Load erzeugt bei dem Traffic den er hat und dann gibt es Server, da liegen 80 Leute drauf, die ne HTML Web-Visitenkarte haben, wo die Adresse und ein Foto der Firma zu sehen ist und die nie jemand groß besucht, da langweilt sich der Server auch mehr, als er arbeitet.

    Ergo, es reicht wenn man nur 5 Kunden pro Server hat, wenn da 2 Leute ein … nennen wir es nett ausgedrückt „aufwendig programmiertes Script“ haben und viele Besucher, dann kann das den Anbieter auch in einem schlechten Licht stehen lassen.

  6. Danke für den sehr guten Artikel!
    Ich wollte auch demnächst mit einen Blog, den ich noch bei meinen alten Hoster habe, zu meinem neuen Goneo.de umziehen. Hatte bisher aber keinen Plan, wie ich jetzt genau vorgehen muss. Jetzt sieht es aber schon besser aus.

  7. Was hälst Du von folgender Vorgehensweise: Alle Dateien per FTP auf den neuen Server übertragen & einen Dump aus der alten DB ziehen und in die neue DB einlesen?

    • Funktioniert genauso. Allerdings hast du halt bei deinem SQL-Dump auch alle Altlasten irgendwelcher Plugins und Tests mit drin. Wenn du allerdings selten oder nie Plugins ausprobiert hast, dann ist das der sicherlich einfachere / schnellere Weg.

  8. Ich habe mal ne Frage. Ich habe eine WordPressblog bei WordPress gehostet, um das mal so auszudrücken, ich habe aber eine eigene Domain. Jetzt möchte ich auf einen eigenen Webspace umziehen aber natürlich die Domain mitnehmen. Geht das genauso wie beschrieben?

  9. Will an dieser Stelle mal http://www.wp-webhosting.de in den Raum werfen: SSD, SSL, kostenloser Umzugsservice, PHP7… was will man mehr? Habe dort schon etliche Umzüge durchführen lassen, egal in welcher Größenordnung, es hat nie etwas extra gekostet und das Hosting ist zudem Superschnell.

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