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Falsche Entwicklung von BuddyPress – Social Network auf WordPress Basis?!

Grundsätzlich klingt die Idee von einem eigenen Social Network mit Hilfe von BuddyPress auf einer WordPress Mu Installation eigentlich genial. Ich selbst habe es diese Woche mal getestet und habe auch, mit ein wenig Hilfe von Dennis, das frisch installierte WordPress Mu um die BuddyPress Plugins erweitert. Nichts anderes ist Buddypress nämlich eigentlich nicht. Eine Ansammlung von WordPress Mu Plugins und einem eigenem Theme.

Nach vielleicht einer halben Stunde war BuddyPress installiert und mein Profil eingerichtet. Ein erstmal grossartiges Gefühl, doch irgendwann merkte ich schnell:
Ich war allein in einem Social Network. Netterweise meldete sich Dennis dann auch schnell in meinem eigenen kleinen Social Network an, so dass wir schon zu zweit allein waren.

In einem Social Network mit BuddyPress kann man viel machen. Man kann ein Profilbild hochladen, einen oder sogar mehrere Blogs einrichten, Dennis hat auch spontan eine Gruppe eingerichtet und mich eingeladen. Freunde im BuddyPress Network wurden wir natürlich auch schnell. Sind wir ja auch schon bei XING und Facebook. Sehr nett ist auch das sogenannte „Wire“. Dort sehe ich, ähnlich wie bei Facebook, die letzten Aktivitäten von meinen Freunden. Also Dennis, der nicht gerade viel getan hat, weil er in den letzten Tagen die deutsche Seite von BuddyPress aufgezogen hat.

Was komplett bei BuddyPress fehlt ist beispielsweise die Integrierung von den Microbloggingdiensten (beispielsweise Twitter und Identica). Wer hat das Wort Microbloggingdienst eigentlich erfunden? Cem? Aber ich schweife ab…

Was bringt mir also so ein „Wire“, wenn ich nur die Meldungen aus dem eigenen kleinen Social Network bekomme? Ich habe schliesslich schon eins bei XING und bei Facebook. Bei StudiVZ nicht ganz. Hat Linkedin auch eine Art „Wire“?

Worauf ich eigentlich hinaus will ist, dass es viel mehr Sinn machen würde, wenn ein Social Network auf WordPress Basis sich nicht von Anfang an wieder selbst einschliesst. Was bringt es der WordPress Community wenn es viele einzelne Social Networks gibt, die nicht untereinander kommunizieren können?

Viel interessanter wäre es, wenn man durch einige Plugins (was BuddyPress ja ist, eine Pluginsammlung) einen normalen WordPress Blog zum Social Network ausbauen kann! So könnte ich nach der Installation von „BuddyPress“ nicht nur Dennis hinzufügen, sondern auch alle anderen WordPress Blogs die „BuddyPress“ als Plugin installiert haben. Jeder einzelne Blogger könnte mit seinem eigenen WordPress Blog sich in ein riesiges Social Network integrieren – ohne sich nochmal irgendwo anders und auf einem fremden WebServer zu registrieren. Sachen wie Microblogging würden sich sicherlich auch mit integrieren oder sogar autonom von Twitter oder Identica umsetzen lassen.

Einen Ansatz gab es dazu übrigens schon mal. Auf dem WordCamp08 im Januar wurde das Plugin „FacePress“ vorgestellt. Auch wenn die Präsentation nicht sonderlich erfolgreich war, war die Session sehr gut besucht und die Diskussion um diese Idee war heiss. Das Projekt um „FacePress“ gibt es offensichtlich nicht mehr. Schade.

BuddyPress also in eine normale WordPress Installation, anstatt in einer Multi-User Version integrieren zu können wird aber wohl leider (m)ein Traum bleiben. Erstmal. Vielleicht.

Autor: Thomas

Thomas beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit der Blog-Software WordPress. Dabei konnte er ein umfassendes Wissen aufbauen und kennt sich sowohl mit dem Backend als auch mit dem Frontend und den vielen Erweiterungsmöglichkeiten aus.

19 Kommentare

  1. Ich halte tatsächlich auch ein Meshup von Microblogging und WordPress (oder anderen Blogplattformen) für recht sinnvoll. Gerade der Openmicroblogging-Standard ist dafür ein interesantes Tool.

    Soziale Netzwerke leben von der Offenheit. „Walled gardens“ sind in meinen Augen ein Rückschritt in längst überwunden geglaubte Konzepte.

  2. Pingback: WordPress als Social Network » WordPress » Valentin Tomaschek

  3. Guter Kritikpunkt, den zurzeit ist BuddyPress nichts anderes: eine abgeschlossene Sache. Aber zur Verteidung des Projektes, es ist in der Entwicklung und eine Person kümmert sich darum, deswegen sollte man nicht erwarten, in der ersten Version alle Standards umgesetzt zu bekommen. Mir wäre es wichtiger wenn erst alles stabil läuft bevor man z.B. OpenID, oAuth und den Mircobloggingstandard. Dies ist die Zukunft von BuddyPress, Freunde aus anderen Installation / Netzwerken hinzufügen. Aber Rom wurde auch nicht am ersten Tag erbaut, lasst dem Projekt etwas Zeit, seine Richtung finden und dann können wir über Kritit reden.

    Gruß Dennis

  4. Buddypress will aber auch nichts anderes sein: Einfach die Antwort von der WordPress-Community auf die ganzen Social-Network-Skripte. Viel Sinn macht es aber nicht. Ausser man möchte sich ein kleines Netzwerk aufbauen. Vielleicht für Firmenstandorte, einen Verein oder auch eine Partei?
    Ich möchte behaupten, dass Buddypress sowieso nicht für richtige Communities geeignet ist. Spätestens bei ein paar 100 Usern wird die Performance wohl allmälich streiken.

  5. @Dennis Morhardt

    Keine Sorge, ich denke da nicht an Shared Hosting. Auch auf einem optimierten Server soll das ganze nicht mehr ganz rund laufen.
    Mir ist leider die URL nicht mehr bekannt, aber in einem Lasttest wurde festgestellt, dass das System bei höherer Anzahl von Zugriffen Schwierigkeiten bekommt.
    Wobei das wohl hauptsächlich an den Plugins liegt, da Worpress MU relativ zuverlässig, auch bei höheren Userzahlen funktioniert.

  6. @Micheal Karl Du bewertest eine Sache, die noch nicht fertig ist. Das gelobte Caching aus WPMU ist in BuddyPress wegen der Entwicklung noch nicht aktiv. Über die Performance reden wir wenn 1.0 da ist.

  7. Ich denke, buddypress ist eine hervorragende Sache für Intranetadaptionen. Vielleicht wird facebook irgendwann so Open Source und gepackt, daß es das „Word“ für diesen Bereich wird, aber bis dahin denke ich, daß Buddypress den Bereich ziemlich aufrollen wird.

  8. @Tobias Schwarz: Ich denke nicht das sich BuddyPress vor Facebook verstecken muss, jedoch zurzeit sind die Funktionen noch einfach nicht fertig. Aber wenn, dann es ist aufjedenfall gleichso cool, stark und schön wie Facebook.

    Wie du schon sagst, BuddyPress ist für die kleinen Netzwerken, z.B. im Unternehmen, in Schulen oder Vereinen. Das ist auch die Zukunft von Social Networks, kleine (teile private) Peergroups, und wenn es da ist, mit Funktionen um sich mit anderen BuddyPress-Installation zu connecten.

    Gruß Dennis

  9. ich brainstorme mal ein wenig … wordpress wird zu buddypress … socialnetworking tool für buddypress …. gruppenbildung … eigenes buddypress sehr einsam …. wie wäre es mit einer zentralen Integrationsstelle an der sich die einzelnen buddypresses mittels plugin als „Gruppe“ anmelden? Jedes neue Buddypress wird so mittels Integrationsplugin zu einer Gruppe in einem Verbund-socialnetwork – obwohl man sich bei den einzelnen Gruppen durchaus auch direkt registrieren kann hat jeder bei einem buddypress registrierter auch einen automatischen zugang zu den anderen gruppen …. bin aber kein progger war nur ne spontane idee die einsamkeit in valentins buddypress auf einen schlag zu kippen ;-)

  10. Eben!!
    Sehe ich genauso, diese ganzen Social Networks… ein Blog bietet viel mehr Freiraum und beides kombiniert wäre super, deine Idee finde ich klasse beschrieben ;)

  11. Ja, das hatte mich auch gewundert, dass man einzelne BuddyPress Installationen nicht vernetzen kann.

    Da braucht Matt gar nichts von einem Facebook-Killer zu schwärmen, wenn die einzelnen Netzwerke immer nur < 10.000 Leute halten.

  12. Ich finde Buddypress sehr genial, finde es aber genau so wie du schade das es halt noch an einigen Plugins fehlt bzw es erst recht wenige gibt mit dem man es weiter ausbauen kann…

    Und das Buddypress als Facebook etc Killer gedacht ist denk ich ehr weniger, es ist ein sehr schönes Tool mit dem man sein eigenes Blogging Netzwerk erstellen kann

  13. Pingback: Mein Kassel - mein Blog — Blog — Interessante Links zu BuddyPress und BuddyPress-Plugins

  14. Buddypress kann ohne weiteres auch in einer normalen WordPress-Installation integriert werden, hat dann allerdings weniger Funktionen. Ein normaler Blog lässt sich aber dennoch um ein paar interessante Community-Funktionen erweitern, so dass User dann einen Blog auch interaktiv nutzen können, statt nur zu lesen. Der einzige Nachteil ist, dass Buddypress nur mit speziellen Templates läuft, also eigene Themes benötigt. Bin gerade mit einer WP Neuinstallation am testen, was man damit alles machen kann und werde BP wahrscheinlich in Kürze auch als Community-Erweiterung für einen meiner Blogs einsetzen.

  15. Also wir haben damit eine Entwicklercommunity aufgesetzt und die läuft derzeit mit 5.000 Usern in der Amazon Cloud ziemlich performant, auch dank des tollen Plugins W3 Total Cache. Was Buddypress so stark macht ist imho die offene Struktur und Erweiterbarkeit. Der Code ist so nachvollziehbar, dass man relativ schnell seine eigenen Plugins entwickeln kann. Die Integration von Facebook und anderen Netzwerken sind damit genauso leicht möglich, wie Chat, Bildergallerien oder andere Features. Wer eine „Alles-fix-und-fertig“-Lösung sucht, kommt wahrscheinlich mit Drupal besser klar, aber stolpert dann schnell, wenn es an tiefergehende Erweiterungen geht.

    Aus meiner Sicht ist Buddypress einfach viel mehr als nur ein kleiner Community-Aufsatz auf einen Blog, sondern eine hervorragende, flexible Basis um eigene Ideen umzusetzen und sie mit der Entwicklercommunity zu teilen.

    Wenn also in ein paar Monaten noch immer das eine oder andere Feature fehlen, dann spricht das wohl nicht gegen das Projekt sondern eher für die eigene Faulheit. :-)

  16. Hab mir vor ein paar Tagen auhc buddypress Installiert und konnte kaum schlafen weil ich mir lauter Gedanken darüber gemacht hab wie man buddypress erweitern könnte und ein Multi Socialnetwork bauen konnte.

    Heute google ich etwas über buddypress und siehe da ich war mit dem Gedanken nicht alleine.

    Würde es eine Möglichkeit geben Befreundete Buddypress Netzwerke oder sogar Buddypress NetzwerkGruppen in das eigene Netzwerk „einzuladen“ wäre das wohl das ende von Facebook und co.. „gg“

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