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WordCamp 2010, Berlin #wcb10

Heute, am 03. Juli, fand das jährliche WordCamp in Berlin statt. Ich war vor Ort und habe eigentlich nur zwei Dinge mitgenommen, die allerdings relativ wenig mit WordPress zu tun haben.

Ich bin erst kurz nach 10:00 Uhr in der Prinzessinnenstraße 19-20 angekommen und habe somit nicht lange überlegt, was ich mir als erste Session anhöre bzw. ansehe. Meine Bauchentscheidung war allerdings richtig: Ich habe mich nach der Anmeldung in den Raum 01 im Erdgeschoss begeben. Dort lief schon ein Vortrag vom Mitbegründer des betahauses – ein coworking Bürokonzept – in dem auch das WordCamp, vornehmlich im vierten Stock, stattfand.

Das Konzept ist eigentlich schnell erklärt: Das betahaus bietet Selbständigen, Freiberuflern und kleinen Firmen (bis vier Personen) die Möglichkeit, für einen monatlichen Pauschalpreis oder auch nur einmalig, einen Schreibtisch mit Internetzugang, Drucker und weiteren Annehmlichkeiten zu nutzen.

Im Grunde nichts Neues – man kennt Bürogemeinschaften bereits aus vielen Städten – ich selbst habe auch schon mal einen Raum in einer Bürogemeinschaft gemietet, um dort meiner selbständigen Tätigkeit ungestört bzw. in offiziellen Büroräumen (und nicht zu Hause im Wohnzimmer) nachzugehen.

Aber das betahaus ist anders. Statt eines einzelnen Büros sitzt man in einem offenen Raum mit mehreren Schreibtischen. Offenheit ist das Grundprinzip des betahauses. Die Idee ist, dass man wirklich sieht, was der andere so macht, dass man ins Gespräch kommt, vielleicht sogar Arbeit austauscht und gemeinsam Projekte bearbeitet. Laut des Mitbegründers funktioniert das im betahaus in Berlin schon sehr gut und zwar so gut, dass es seit dem 01. Juli 2010 jetzt auch ein betahaus in Hamburg gibt – neben weiteren in Zürich, Lissabon, zukünftig auch in Köln und weiteren Großstädten in Europa.

Das Besondere am betahaus ist, dass es eine richtige Verwaltung gibt, die einerseits darauf achtet, dass sich jeder wohlfühlt, andererseits aber auch dafür sorgt, dass Gemeinschaften entstehen. So gibt es im betahaus Berlin beispielsweise auch ein Projekt betalab open design city, also ein kleines Labor, in dem man Experimente, derzeit mit einer CNC-Fräse, einem 3D-Laserdrucker und weiteren Utensilien durchführen kann.

Durch das Projekt betalab open design city sind auf diese Weise schon Lampen aus alten Kassetten (haben sicherlich noch viele in einem Schuhkarton auf dem Dachboden oder im Keller) entstanden oder auch andere Gegenstände, um die herum sich mittlerweile sogar ein kleiner Markt inkl. Verkauf bildet (obwohl das gar nicht die Absicht des Projekts ist – aber warum auch nicht?).

Das Projekt betalab open design city erinnert vom Prinzip her ein wenig an das Projekt NIMBY aus den USA. NIMBY steht für Not In My BackYard und ist eine offene Werkstatt, in der jeder, der Lust dazu hat, unglaubliche Maschinen, bspw. für das Burning Man Festival, zusammenschustern kann.

Das Schöne am betahaus ist, dass man es nutzen kann, aber nicht muss. Im Gegensatz zum klassischen gewerblichen Mietvertrag, gibt es keine Laufzeiten, wer also keine Lust mehr auf coworking hat oder vielleicht doch mehr Platz für mehr Leute braucht, kommt einfach nicht mehr und zahlt somit auch nicht (je nach Preis-Tarif).

Für Essen und Getränke ist übrigens auch gesorgt – und gar nicht so schlecht: nachdem der frühere Student, der sich um die Küche gekümmert hat, bzw. Suppen angeboten hat, keine Zeit mehr hatte, hat sich ein 2-Michelin-Sterne-Koch gefunden, der die Idee des betahauses so gut fand, dass er dort nun regelmäßig leckere Speisen für schlappe 7,50 EUR kredenzt.

Jetzt habe ich viel über das betahaus berichtet und nicht einmal WordPress erwähnt, obwohl dort ja das WordCamp stattfand: Das hat einen guten Grund, denn im Vergleich zu den WordCamps 2008 (Hamburg) und 2009 (Jena), war das WordCamp 2010 in Berlin für mich vom Thema WordPress her ein Reinfall. Die Vorträge waren allesamt unspannend, abgesehen von einem, der sich mit dem Thema Screen-Casting (mithilfe von Camtasia Studio) beschäftigt hat, in dem das Wort WordPress gefühlt auch nur dreimal vorkam (O-Ton: “Ja, man kann das Video, dann auch auf WordPress veröffentlichen.”).

Aber es gab dann doch einen zweiten guten Grund, auf dem WordCamp gewesen zu sein – das lässt sich auch sehr schnell zusammenfassen:

Deutschland: 4, Argentinien: 0 – Danke. BITTE!

Autor: Thomas

Thomas beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit der Blog-Software WordPress. Dabei konnte er ein umfassendes Wissen aufbauen und kennt sich sowohl mit dem Backend als auch mit dem Frontend und den vielen Erweiterungsmöglichkeiten aus.

6 Kommentare

  1. Danke für den Artikel. Kleine Korrektur: Unser Labor/Werkstatt heißt Open Design City, nicht betalab.
    (Unter der Bezeichnung “betalab” laufen jeweils erste Ansätze in anderen Städten, ein betahaus zu gründen.)

  2. Pingback: Rückblick auf das WordCamp 2010 in Berlin - Weblog - Michael Jendryschik

  3. Pingback: WordCamp 2010 – Erfahrungsbericht « Netztaucher

  4. Pingback: Bericht vom Wordcamp in Berlin #wcb10 « Online-Marketing Blog aus der E-Werkstatt

  5. Pingback: Camtasia Studio-Blog | Screencast/Bildschirmvideo: Training | Beratung | Projekterstellung » Eintrag » WordCamp 2010 | 3. Juli 2010, Berlin

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